PVM GmbH Patienten-Versorgung Management Bielefeld - Bewegung ernährt den Kopf

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Bericht der Neuen Westfälischen zum „Tag der Mobilität“, Aktionstag für ein aktiveres Leben im Alter, mit Schirmherr Franz Müntefering am 25. September 2015

Aktionstag: Auf dem Kesselbrink informierten Organisationen und Firmen zur Bewegung im Alter. Besucher konnten Hilfsmittel, wie Rollatoren, selbst ausprobieren.

Vorsichtig kippt Wolfgang Lewe seinen Rollator nach hinten. Die Vorderräder schweben in der Luft, ehe er sie auf eine mit rotem Teppich ausgelegte Holzplatte wieder absetzt. Die erste Hürde auf dem Weg zum „Rollator-Führerschein“ hat der 66-Jährige gemeistert. Wie viele andere ältere Menschen läuft er den Parcours auf dem Kesselbrink ab. Dort fand jetzt der „Tag der Mobilität“ mit Infoständen, Mitmachaktionen wie Seniorentanz und Gesprächsrunden statt.

„Wenn ich alleine unterwegs bin, bringt mir der Rollator Sicherheit“, sagt Lewe. Nach einer Lungenerkrankung ließ bei ihm die Ausdauer nach. Längere Spaziergänge waren nicht mehr möglich. „Immer, wenn ich mich hinsetzen wollte, war keine Bank in der Nähe“, erzählt er. Einen Rollator zu benutzen, davor sträubte er sich zunächst. Zu hoch sei die Hemmschwelle gewesen, mit dem Hilfsmittel durch die Öffentlichkeit zu rollen. „Lange hat er sich nicht rausgetraut“, sagt Lebensgefährtin Susanne Schütte. In diesem Sommer wagte er es doch – und ist seitdem vollends begeistert: „Nachmittags laufe ich jetzt immer eine Runde. Für Pausen habe ich den Rollator.“

Wolfgang Lewe hat damit bereits umgesetzt, was Franz Müntefering den Zuhörer einer Gesprächsrunde auf dem Kesselbrink vermitteln will. „Man hat die Chance, sein Leben selbst und aktiv zu gestalten“, sagt der ehemalige SPD-Politiker und Schirmherr des Aktionstages. „Wenn man sich nicht mehr bewegen kann, muss man akzeptieren, dass man Hilfsmittel benötigt.“ Müntefering findet prägnante Worte, um die Bedeutung von regelmäßiger Bewegung herauszustellen. „Du brauchst Anstrengung, sonst macht das Leben keinen Sinn mehr“, meint er. Und: „Bewegung der Beine ernährt den Kopf.“

Wenn es danach geht, „ernährt“ Anneliese Lewald ganz vorbildlich ihr Gehirn. „Ich laufe jeden Tag die vielen Treppen im Haus hoch und wieder runter“, erzählt die 84-Jährige. Gemessen an ihrem Alter ist sie noch topfit, wozu sicherlich auch die mittlerweile fast 75-jährige Mitgliedschaft im Turnverein beigetragen hat. Dennoch sitzt sie nun auf einem weißen Elektromobil und dreht eine Proberunde. „Ich habe mit den Füßen vergeblich die Bremse gesucht“, berichtet sie von ihren ersten Fahrversuchen.

„Dann habe ich aber gelernt: Wenn ich kein Gas gebe, hält das Ding an.“ Schnell steigt sie aber wieder von dem 15 km/h schnellen Gerät ab. Die Fortbewegung auf zwei Beinen ist ihr dann doch lieber. „Ich wollte nur mal gucken, was es so für Möglichkeiten gibt, wenn man nicht mehr so gut laufen kann“, sagt Anneliese Lewald.

Die Auswahl an Hilfsmitteln für die Mobilität im hohen Alter ist groß, das zeigt der Aktionstag. Elektro-Fahrräder können ebenso getestet werden wie eine Rampe zum besseren Einstieg in den Bus. Manfred Allroggen lässt sich am Stand der Verkehrswacht Bielefeld Kopfhörer für einen Hörtest aufsetzen. „Ich gebe zu, ich konnte nicht alles verstehen“, sagt er anschließend. „Wahrscheinlich muss ich doch mal zum Hörgeräteakustiker.“ Zuhause liefe der Fernseher auch etwas lauter, als er eigentlich sollte, ergänzt er lachend. Für eine sichere Fortbewegung im Straßenverkehr sei es aber wichtig, gut sehen und hören zu können, betont Irene Grüner von der Verkehrswacht.

Zufrieden mit dem „Tag der Mobilität“ ist Karl-Wilhelm Schulze, Geschäftsführer des Stadtsportbundes Bielefeld und Mitveranstalter. „Wir machen so etwas sicherlich noch einmal“, kündigt er an.

Quelle Text: Neue Westfälische, 26./27. SEPTEMBER 2015

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